Handlungsfelder und Checklisten

Nachhaltiges Ressourcenmanagement

Einige umweltschonende Maßnahmen sind erfreulicherweise schon fast Standard, so zum Beispiel wassersparende Toilettenspülungen, Mülltrennung oder Bettwäsche und Handtücher nicht täglich auszutauschen. Dies ist nicht zuletzt den gesellschaftlichen Entwicklungen zuzuschreiben, aber natürlich auch steigenden (Neben-)Kosten. Neben den Kosten für das Personal und den Wareneinsatz sind Ausgaben für Energie und Wasser oftmals der drittgrößte Kostenfaktor von Beherbergungsbetrieben. Auch wenn sich die Preise für Strom, Gas und Öl in der letzten Zeit moderat entwickelt haben, bleibt die Tendenz, dass die Kosten für fossile Brennstoffe aufgrund der knapper werdenden Ressourcen weiter steigen werden.

Das Thema Ressourcenmanagement bezieht sich allerdings nicht nur auf den Energie- und Wasserverbrauch, sondern auf alle eingesetzten natürlichen Ressourcen zur Aufrechterhaltung eines touristischen Betriebes. Dazu gehört auch der Umgang mit Papier, Verpackungsmaterialien oder Reinigungsmitteln, die letztendlich aus fossilen und erneuerbaren Ressourcen hergestellt werden. Bewusst sollte auf den effizienten Einsatz dieser Rohstoffe geachtet werden, denn so können gleichsam die anfallenden Abfallprodukte, z.B. Emissionen, Abwasser oder Plastikmüll, reduziert werden.

Wo liegen Ihre größten Einsparpotentiale?
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Nachhaltiges Einkaufsmanagement

© Florian Trykowski

Ein starker Hebel für mehr Nachhaltigkeit im touristischen Betrieb steckt im Einkauf von Produkten und Dienstleistungen. Wählt der Anbieter hier bewusst Produkte, die in ihrem Lebenszyklus zu mehr Nachhaltigkeit beitragen, kann er über sein Handeln im Betrieb hinaus in den Markt wirken, indem er in diesem Segment für eine größere Nachfrage sorgt. Gleichzeitig kann er sein eigenes Angebot aufwerten. Dabei geht es nicht allein um verträgliche Inhaltstoffe (zum Beispiel bei Reinigungsmitteln) oder Energieeffizienz (etwa bei Elektrogeräten). Es gilt ebenso bei der Auswahl der Lieferanten auf Nachhaltigkeitskriterien zu achten. Die große Herausforderung ist es, durch einen guten Marktüberblick und Produktkenntnisse geeignete Angebote zu finden, die auch mit den übrigen eigenen Anforderungen vereinbar sind.

Die Tourismusbranche als Dienstleistungsbranche benötigt gerade im Hotel- und Gastronomiebereich eine große Vielfalt an Waren – sowohl langlebige (wie das Mobiliar oder Elektrogeräte) als auch Verbrauchsmaterialien (wie Reinigungsmittel oder Energie) oder begrenzt haltbare (wie Lebensmittel). 

Haben Sie sich Ihre Lieferanten schon mal genauer angeschaut?

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Regionale Produkte

© Achim Meurer

Klimaschutz durch kurze Wege, Qualität durch Frische, Einkommen für heimische Betriebe. Und das Beste: Der Gast verlangt sogar danach! Denn nicht nur Touristen legen zunehmend Wert auf eine regionaltypische Saisonküche mit frischen Zutaten aus ihrer Urlaubsregion. In Zeiten der Globalisierung ist Regionalität zum Gegentrend – mehr noch, zum Megatrend – geworden. Immer mehr Verbraucher achten bei ihrem Einkauf darauf, ob Produkte aus der Region stammen. Die wesentlichen Gründe haben wir bereits genannt. Unter regionalen Produkten verstehen sie dabei vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse oder in Manufakturen hergestellte Genusswaren. Dieses neue Anspruchsdenken stellt den Tourismus vor Herausforderungen. Aber vor allem bietet es für Touristiker, Hoteliers und Gastronomen und eigentlich für die ganze Region große Chancen.

Wie schmeckt's denn so bei Ihnen?
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Nachhaltiges Personalmanagement

© Achim Meurer

„Warum soll ich mich um Nachhaltigkeit kümmern, wenn meine größte Sorge der Personalmangel ist?“ Diese Frage kennt eigentlich nur eine Antwort: „Genau weil Ihre größte Sorge der Personalmangel ist, sollten Sie sich um Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen kümmern!“ Fachkräfte fehlen besonders im Gastgewerbe an allen Ecken und Enden. Ein Unternehmen ist also gut beraten, sein angestelltes Personal gut zu behandeln und sich mit attraktiven Konditionen für neue Mitarbeiter interessant zu machen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in Ihrem Unternehmen ist es unerlässlich, dass alle Angestellten an einem Strang ziehen und voll und ganz hinter der nachhaltigen Ausrichtung Ihres Unternehmens stehen. Ohne diese Einbindung des Personals, sind die ganzen Bemühungen, Ihr Unternehmen nachhaltig auszurichten, nicht mehr als PR. Das grundlegende Ziel eines nachhaltigen Personalmanagements ist es, den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern, was vor allem mit motivierten, gesunden und dadurch produktiven Mitarbeitern gelingt. Nachhaltigkeit im Personalmanagement heißt vor allem, dass Mitarbeiter als Erfolgsfaktor betrachtet, fair behandelt und wertgeschätzt werden. Denn zufriedene Mitarbeiter bedeuten zufriedene Kunden.

Sehen Sie ihre Mitarbeiter als Erfolgsfaktor Ihres Unternehmens? Checkliste...


Mobilität

© Solveig Großer

Sanfte Mobilität ist ein ganz klarer Wettbewerbsvorteil. Sich hier zu profilieren eröffnet die Chance, sich neue Kundengruppen zu erschließen. Denn die Zahl der Großstädter, die kein eigenes Auto besitzt, wächst beständig. Außerdem lassen Gäste gern ihr Auto stehen, wenn die alternativen Angebote am Urlaubsort attraktiv und an die Bedürfnisse der Gäste angepasst sind. Die Sächsische Schweiz ist im Bereich Sanfte Mobilität im Vergleich zu anderen Destinationen besonders gut aufgestellt. Bereits seit vielen Jahren arbeitet ein Netzwerk von unterschiedlichen Akteursgruppen an der stetigen Weiterentwicklung umweltfreundlicher Fortbewegung. Mit Erfolg! 2017 erhielt die Sächsische Schweiz beim Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland einen Sonderpreis in der Kategorie Nachhaltige Mobilität. Von Wanderbus bis Nationalparkbahnhof, von Kirnitzschtalbahn bis E-Bike-Verleih – nutzen Sie die hervorragenden Mobilitätsangebote der Sächsischen Schweiz zu Ihrem Vorteil!

Informieren Sie Ihre Gäste ausreichend über die öffentlichen Verkehrsmittel in der Sächsischen Schweiz? Checkliste...


Erfolgreiche Kommunikation

© Achim Meurer

Die Nachfrage nach nachhaltigem Reisen steigt beständig, ebenso wie der Marktanteil nachhaltigen Konsums (wie regionale Produkte und Bio-Lebensmittel). Laut Marktforschungsergebnissen von 2014 möchten gern 49 % der Bevölkerung ökologisch verträglich und 56 % sozial verträglich reisen (Quelle: FUR Reiseanalyse 2014). Hier ist natürlich eine wesentliche Einordnung notwendig. Denn nur ein kleiner Teil schaut sich in erster Linie nach nachhaltigen Angeboten um. Motive wie Natur erleben, Entspannen oder Sonne und Strand bleiben auch weiterhin grundlegend für die Auswahl. Wer dann jedoch mit nachhaltigen Leistungen punkten kann, setzt sich von den Mitbewerbern ab und beeinflusst die Entscheidung zu seinen Gunsten. Denn die Reisenden würden sich bei vergleichbaren Angeboten für das engagierte Unternehmen entscheiden. Warum auch nicht, wenn man so ganz nebenbei etwas Gutes tun kann. Momentan gibt es jedoch eine große Hürde: Viele beklagen das Fehlen geeigneter Angebote und Schwierigkeiten beim Finden derselben. Umso wichtiger ist es, die Kommunikation und Vermarktung professionell anzugehen. Denn wer nicht gefunden wird, wird nicht gebucht.

Wie kommunizieren Sie mit Ihren Gästen?Checkliste...