Studenten

Aus dem Leben einer Dualen Studentin

Hallo, ich bin Sarah Haut, 27 Jahre jung und aktuell im 5. Semester beim Tourismusverband Sächsische Schweiz. Mit den nächsten paar Zeilen möchte ich einen Einblick in mein Studentenalltag geben:


Was genau studiere ich und warum?

Ich studiere seit Oktober 2018 dual Tourismuswirtschaft mit der Vertiefung Destinationsmanagement. Falls du dich jetzt fragst, was ein duales Studium ist: es ist eine Kombination aus Theorie an einer Studieneinrichtung und Praxis im Unternehmen. Und genau darin sehe ich einen unschlagbaren Vorteil, man kann direkt im Studium Berufserfahrung sammeln.

Wie bin ich auf das Studium gekommen?

Vor dem Studium habe ich eine kaufmännische Ausbildung und eine Fortbildung zum Fachwirt gemacht. Dabei habe ich festgestellt, dass ich wirtschaftliche Zusammenhänge sehr interessant finde und mir gerne neues Wissen aneigne. Und so fasste ich den Entschluss, ein Studium anzuschließen.

Natürlich stand dann die Frage im Raum, welcher Studiengang soll es denn werden. Und da ich in der Vergangenheit schon immer gern gereist bin, empfand ich Tourismus als ein spannendes Berufsfeld.  Außerdem kannte ich die Sächsische Schweiz schon sehr lange und so verband ich die Leidenschaft für eine wundervolle Region mit dem Wunsch nach einem Studium.

Und wo studiere ich jetzt genau?

Am Campus der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn. Das befindet sich im tiefsten Erzgebirge in der Nähe von Johanngeorgenstadt. Die „Uni“ ist verhältnismäßig klein, dadurch ist es sehr familiär und Dozenten und Studenten kennen sich beim Namen. Außerdem sind die Seminargruppen größenmäßig vergleichbar mit Klassenverbänden aus der Schulzeit.

Und was genau passiert dort?

In der Theoriephase lerne ich alle wissenschaftlichen Zusammenhänge von Buchführung über Personalmanagement bis hin zu Unternehmensführung. Und das immer mit Praxisbezug, sodass ich den gelernten Stoff direkt in der Praxis anwenden kann. Aber neben der reinen BWL behandeln wir auch sehr viele fachvertiefende Themen aus dem Tourismus. Zusätzlich kann ich meine Kenntnisse in Wirtschaftsenglisch und Spanisch verbessern.

 


Meine Praxisphase

Nun möchte ich gern von meiner Zeit in der Geschäftsstelle des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz berichten.

Meine Praxisphasen haben meistens eine Dauer von 3 Monaten. In dieser Zeit habe ich einen eigenen Arbeitsplatz im Empfangsbereich, den ich manchmal alleine bewohne, aber oft ist auch die studentische Kollegin am Nachbarschreibtisch mit von der Partie.

Und ich freue mich immer sehr auf die Zeit in Pirna. Denn einerseits bedeutet das für mich mit einem richtig tollen und engagierten Team zusammenarbeiten zu dürfen und eine fantastische Betreuung durch meine Mentorin zu genießen. Zum anderen darf ich spannende Aufgaben übernehmen und interessante Erfahrungen sammeln, z.B.:

Durchführung eines Mysterychecks:

Ich war im ersten Semester, als ich noch recht unbekannt außerhalb der Geschäftsstelle war, als Undercover-Gast unterwegs in der Sächsischen Schweiz und habe die Tourist-Informationen besucht und diese mit einem Anliegen getestet. Dabei durfte ich natürlich nicht auffliegen, damit ich dann eine vergleichbare Auswertung vornehmen konnte. Aus meinen Erkenntnissen konnte ich dann einen Leitfaden zur optimalen Gästebetreuung entwickeln.

Mitarbeit an der Erstellung von Printmedien:

Ich bekam bei der Unterstützung zur Erstellung der Printmedien wie z.B. der Freizeit- oder Wanderbroschüre viele Einblicke, was man von der Idee bis zum gedruckten Exemplar alles beachten muss.

Spannende Themen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit:

Immer wieder tauchten interessante Themen wie zum Beispiel Postversand, Elektromobilität, Hofläden, Reisearten während einer Dienstreise auf, bei denen ich nicht nur neues Wissen gesammelt habe, sondern auch Veränderungen mit meinen Recherchen bewirken konnte.

Tourenerfassungen von Radwegen:

Bei diesem Projekt hatte ich die Möglichkeit die Sächsische Schweiz noch näher kennen zu lernen. Neben der Arbeit am Schreibtisch war das ein guter sportlicher Ausgleich. Am Ende freute ich mich sehr über die erstellten Touren, die ich von der Aufnahme der GPS-Daten bis zur Onlineerstellung betreuen durfte.

Arbeit an der Homepage:

Nach dem Studium kann ich definitiv sagen, dass sehr viel Arbeit in der Gestaltung und Pflege einer Webseite steckt. U.a. versuchte ich regelmäßig mit detektivischem Gespür auf die Suche nach Fehlerquellen zu gehen. Aber auch das Erstellen eigener Inhalte machte sehr viel Spaß.

Seminar zur Qualifizierung Q-Coach (Service Qualität Deutschland):

Dank des Verbandes hatte ich die Möglichkeit an dem Seminar zur Qualifizierung als Q-Coach teilzunehmen und trage seither zur Gästezufriedenheit bei, indem ich Prozesse und Arbeitsabläufe hinterfrage.

Teilnahme an der ITB:

Im ersten Semester durfte ich den Stand des TVSSW auf der ITB in Berlin betreuen und lernte dabei, wie eine Messe von der Vorbereitung über die Standbetreuung bis zur Nachbereitung funktioniert. Ich war sehr beeindruckt von den Dimensionen der ITB und den Möglichkeiten, die diese Messe bietet.


Good to know

Hier möchte ich gerne meine Erfahrungen über die Zeit, die ich nicht in der Geschäftsstelle verbringe, mit euch teilen und ein paar praktische Hinweise geben.

Die vermutlich spannendste Frage ist:

 

Wie finde ich eine passende Wohnmöglichkeit?

 

Und die Antwort auf die Frage ist nicht die Einfachste, aber mit etwas Recherche trotzdem lösbar.

Durch das Modell des Dualen Studiums wechselst du regelmäßig den Standort. Bei der Studieneinrichtung gibt es meist die Möglichkeit, einen Platz in einem Studentenwohnheim zu bekommen. Du solltest jedoch noch vor dem ersten Semester eine schnelle Entscheidung treffen, denn die Zimmer sind schnell vergeben. Der Vorteil liegt auf der Hand, die Wege in den Vorlesungsraum sind kurz und du wohnst mit deine Mitstudenten Zimmertür an Zimmertür. Allerdings solltest du auch der Typ für dieses gesellige Beisammensein sein.
Es gibt auch die Möglichkeit eine Ferienwohnung zu mieten, am besten fragst du dafür im Sekretäriat nach der Übersichtsliste.

 

Nun zum Wohnen in der Nähe der Geschäftsstelle. Die erste Möglichkeit besteht in der Suche nach einer Wohnung oder einem Zimmer in Pirna selbst. Das heißt jedoch, dass du dieses für die gesamte Studienzeit mietest, obwohl du nur die Hälfte der Zeit dort sein wirst.
Ebenso könntest du die Wohngenossenschaften anfragen, manchmal haben diese ein möbliertes Zimmer im Angebot, dass du nur für einen gewissen Zeitraum mieten kannst.
Eine weitere Option wäre es, dass du Vermieter von Ferienunterkünften anfragst und für den Zeitraum einen guten Preis aushandelst. Dazu könntest du sämtliche Orte der Sächsische Schweiz in Betracht ziehen, da sie gut mit dem ÖPNV zu erreichen sind.

Und dann wäre da noch die Idee mit der Landeshauptstadt nebenan. Dresden bietet sich als Studienstandort an, um nach Unterkünften Ausschau zu halten.

Einerseits könntest du dich nach einer WG umsehen und somit gleich Anschluss in der neuen Umgebung finden. Natürlich steht dir auch der Wohnungsmarkt für die erste eigene Wohnung offen.

Das sind eine ganze Menge Möglichkeiten, ich habe jedoch noch eine Unterkunft gefunden, die sehr gut zu dem Dualen System passt: das Internationale Gästehaus der Studentenwerke Dresden. Dort kannst du dich für maximal drei Monate als „Auswärtiger Student“ einmieten und hast die Wahlmöglichkeit zwischen eigenem Apartment, einer WG mit eigenem Zimmer oder einer WG mit gemeinsamen Zimmer. Und ähnlich dem Studentenwohnheim am eigenen Campus findest du hier sehr schnell Anschluss und weil hier internationale Studenten wohnen, kannst du gleich noch deine Sprachkenntnisse verbessern.

 

Und wie komme ich jetzt von A nach B?

 

Das kommt sehr darauf an, wie du bevorzugt unterwegs bist. Da für mich ein eigenes Auto im Studium nicht in Frage kommt, bin ich sehr zufrieden mit dem öffentlichen Nahverkehr. Pirna ist beispielsweise mit den S-Bahnen der Deutschen Bahn ab Dresden sehr gut zu erreichen. Für den Fall, dass du dich für das Internationale Gästehaus entschieden hast: Das befindet sich nur einen Katzensprung vom Hauptbahnhof entfernt.
Empfehlenswert ist es, sich Monatskarten der DVB zu kaufen, so kannst du nicht nur zur Arbeit und zurück fahren, sondern jeden Tag auch Dresden oder Pirna unsicher machen.
Es besteht theoretisch die Möglichkeit, dass du in unserer Geschäftsstelle nach dem Jobticket fragst, allerdings rentiert sich dieses finanziell durch den Wechsel von Theorie und Praxis eher weniger.
Besonders für die Sommerzeit lohnt es sich übrigens, wenn du dein Fahrrad mit nach Dresden bringst und am Morgen den Elberadweg für dich entdeckst. Damit hättest du nicht nur den Morgensport schon erledigt, sondern bekommst auch wunderbar den Kopf frei. Große Empfehlung meinerseits.

Fast vergessen: Es gibt eine Möglichkeit, wie du für größere Transporte an ein Fahrzeug kommst, wenn deine Eltern ihres nicht ausleihen. Versuche es mal mit der App „Getaround“, dort kannst du dir ein Auto versichert von Privatpersonen mieten.


Und was mache ich in meiner Freizeit?

 

Neben deinen Hobbies könntest du deine neue Umwelt erkunden gehen. Nicht nur Dresden hat enorm viele schöne und sehenswerte Orte, auch die Region Sächsische Schweiz wartet auf dich. Frag am besten deine Kollegen, die kennen sich bestens aus und können dir Empfehlungen für Ausflüge geben. Es gibt also viel zu entdecken, sodass du selbst nach den drei Jahren Studium noch nicht alles gesehen haben wirst.
Ein weitere Möglichkeit ist die Suche nach einem Sprachaustausch. Wie schon erwähnt, ist Dresden eine Universitätsstadt mit vielen internationalen Studenten. Und damit hast du die Chance, jemanden zu finden und deine Wunschsprache zu verbessern.
Vermutlich dürfte in deiner Freizeit keine Langeweile aufkommen, denn du lebst hier in einer sehr interessanten und vielfältigen Region.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten…


In der ein oder anderen Praxisphase wirst du dich neben deiner Freizeit auch mit dem Verfassen einer Seminar- oder Praxisarbeit auseinandersetzen dürfen.
Dort ist es äußerst hilfreich, wenn du gute Quellen zur Verfügung hast. Aus diesem Grund empfehle ich sehr, dass du dich bereits im ersten Semester mit der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (kurz SLUB) vertraut machst und dir kostenfrei einen Ausweis ausstellen lässt. Dann kannst du nicht nur den Buchbestand ausleihen, sondern hast auch Onlinezugriff auf eine große Auswahl an Onlinemedien.

 

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in das Leben einer Dualen Studentin geben. Für den Fall, dass du noch Fragen zum Dualen Studium hast, stehen dir alle Studierenden der Geschäftsstelle mit Rat und Tat zur Seite.